Madeira hat mich komplett überrumpelt. Ich hatte eine grüne Insel erwartet — bekommen habe ich eine Insel mit gefühlt zehn verschiedenen Welten auf einmal.
Der Seixal Beach war einer der ersten Strände die ich gesehen habe — schwarzer Lavasand, klares Wasser, und im April kaum Menschen. Schwimmen ist dort Pflicht. Auf der Insel gibt es außerdem Piscinas Naturais, natürliche Lavapools die direkt ins Meer übergehen. Das Wasser ist frisch, aber die Stimmung ist besser als jeder Hotelpool.
Was mich wirklich beeindruckt hat, war das Wetter. Madeira hat so viele Mikroklimata, dass es sich anfühlt als würde man zwischen verschiedenen Ländern fahren. Funchal im Süden? Warm, sonnig, 23 Grad. Zehn Minuten später in den Bergen? Dicker Nebel, 15 Grad, Regenjacke raus. Der Norden ist generell eher regnerisch — aber genau das macht den Nordwesten so grün und so schön.
Paul do Mar und Jardim do Mar sind zwei dieser kleinen Küstendörfer im Nordwesten, die man einfach nicht vergisst. Enge Gassen, das Meer direkt vor der Haustür, keine Touristenläden. Das ist das echte Madeira.
Der Fanal Forest war ebenfalls ein Highlight — alte Lorbeerbäume im Nebel, komplett mystisch. Ich habe ihn schon abgehakt, aber beim nächsten Besuch würde ich früher morgens hingehen bevor der Nebel sich lichtet.
Die Cascata dos Anjos bei Canhas war einen Abstecher wert — schöner Wasserfall, etwas abseits der Touristenroute. Und die Seilbahn da Cruz war einer dieser Momente wo man einfach nur steht und schaut — runter zur Küste, Blick aufs Meer, perfekter Sonnenuntergang.
Zum Essen: Die Bäckereien auf der Insel sind unterschätzt — frisch, günstig, gut. Aber das absolute Muss ist das PREGO in der Bar 101. Ein Steak-Sandwich das eigentlich nichts Besonderes klingen soll, aber das Beste ist was du auf der Insel essen wirst. Kein Scherz.
Wichtiger Hinweis fürs Fahren: Automatik-Mietwagen buchen. Kein Optional, kein Nice-to-have — Pflicht. Die Straßen sind steil, eng und haben kaum Leitplanken. Parkplätze an den bekannten Aussichtspunkten sind außerdem begrenzt — im April war es noch entspannt, im Sommer soll das laut Einheimischen reines Chaos sein.
Was ich beim nächsten Mal machen werde: Pico do Arieiro (den hohen Berg), die Cristo-Statue, Natural Pools Porto Moniz — und den Korbschlitten in Monte, den habe ich diesmal ausgelassen.
🍽️ Food-Spots
PREGO — Steak-Sandwich auf Madeira, herzhaft und perfekt
Frisches Brot, lokale Süßigkeiten, Poncha
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