Chengdu war entspannter als die Stopps davor. Kein Plan, kein Muss — was nicht heißt, dass nichts passiert ist.
Noch am ersten Tag habe ich beschlossen, mir eine DJI Action 4 zu kaufen. Ich bin durch die Stadt gelaufen, habe in Läden gefragt, habe einen Treffer gefunden, der sie nicht hatte, aber mir dafür online eine Adresse rausgesucht hat: ein kleiner gebrauchter Stand in einem Supermarkt. Ich bin dort hingegangen, habe sie angeschaut und am nächsten Tag gekauft.


Dann habe ich Sherly getroffen, eine Freundin aus Hongkong, die mir die Stadt gezeigt hat wie sonst niemand es könnte.
Erster Stopp: Dongiao Memory, ein ehemaliger Fabrikbezirk, der heute als Kunst- und Kulturzentrum funktioniert. Große Hallen, alte Industriearchitektur, kreative Läden darin. Draußen gab es Sportflächen und Laufwege, die im krassen Kontrast zur rohen Industrieästhetik standen.
Danach in Richtung Taikoo Li, dem riesigen offenen Einkaufs- und Kulturzentrum im Zentrum. Direkt daneben steht das IFS-Gebäude mit dem riesigen Panda außen dran, der aus der Fassade herausragt. Das sieht man von Weitem und man schaut zweimal hin. Mitten in dieser modernen Shoppingwelt steht der alte Daci-Tempel, ein buddhistischer Tempel, der dort einfach zwischen den Boutiquen existiert.
Auf dem Weg haben wir 冰粉 gegessen, Bing Fen — ein Sichuan-Dessert aus kaltem Reisgeleé, mit Nüssen, roten Bohnen und braunem Zuckersirup, dazu kalte Milch. Ich hatte so etwas noch nie gegessen und es war sehr gut.
Weiter zum Tianfu Square mit der riesigen Mao-Zedong-Statue in der Mitte und dem Sichuan Science and Technology Museum nebenan.
Dann noch in ein Einkaufszentrum, das einen ganzen Floor mit Anime und japanischer Popkultur hatte. Dort habe ich Pokémon-Karten gekauft.
Den Abend haben wir mit Hot Pot abgeschlossen. Mein erstes Mal. In Sichuan isst man das mit Sachen, die man in Europa nicht auf der Karte sehen würde: Pansen, Kutteln und andere Dinge, die ich sonst nie angerührt hätte. Sehr scharf, sehr gut, sehr richtige Entscheidung.

Am letzten Tag wollte ich eigentlich eine 24-Stunden-Bar finden. Nach einigem Suchen und einer Empfehlung bin ich in ein Gebäude gegangen und hatte mich geirrt. Es war ein Kinderparadies. Ich habe Eintritt bezahlt, bin zwei Stunden geblieben, weil ich nicht wusste, was ich sonst tun sollte, und habe zwei Stunden Kindergeschrei durchgehalten. Dann bin ich in der Nacht wieder raus.
Der zweite Versuch war besser. Deutlich besser. Ich bin in das Cheersum Spa gegangen
— Saunen, verschiedene Pools, Ruhebereiche, Schlafen möglich, Frühstück inklusive, frisch aufgeschnittenes Obst, dauerhaft kostenlose Getränke und Snacks, Vollservice. Ich habe dort die Nacht verbracht, am nächsten Morgen gefrühstückt und bin den ganzen Tag bis zum Abend geblieben. Das alles für 33 Euro. Ich würde das immer wieder machen.
Am Abend dann weiter im Zug nach Kunming.
🍽️ Food-Spots
Sichuan-Dessert: kaltes Gelee aus Reispflanze, mit Nüssen, roten Bohnen und braunem Zuckersrup. Dazu kalte Milch. Sehr gut, sehr fremd, sehr Chengdu.
Erstes Mal. Pansen, Kutteln und andere Sachen, die ich sonst nie angerührt hätte. Sehr scharf, sehr gut.