Chongqing war anders als alles davor. Ich bin nach drei Tagen in Zhangjiajie angekommen, noch ein bisschen von den Bergen benommen.
Im Mama Youth Hostel habe ich die Westheads getroffen. Drei Jungs aus Nordwales. Die fahren mit dem Fahrrad nach Thailand — für die British Heart Foundation. Von Wales bis Thailand, mit dem Rad, für einen guten Zweck. Wir haben den Abend zusammen gefeiert, was unfassbar viel Spaß gemacht hat.
Am nächsten Tag habe ich mit Conor, den ich am Abend beim Feiern kennengelernt hatte, die Stadt erkundet. Erster Stopp: die Liziba Station. Der Zug der Linie 2 fährt dort mitten durch ein Wohngebäude hindurch.
Man steht auf der Straße und schaut zu, wie der Zug durch den Wohnblock zieht. Noch interessanter ist das, was Chongqing generell macht: Wegen der Hanglage ist das, was wie ein Erdgeschoss aussieht, in Wirklichkeit der zwanzigste Stock. Die Stadt spielt komplett mit der Wahrnehmung.

Danach sind wir zu Raffles City Chongqing gegangen, einem Gebäudekomplex, der aussieht wie Marina Bay Sands in Singapur. Mehrere Türme, oben durch eine Plattform verbunden. Wir sind ins Ascott Hotel und mit dem Aufzug ganz nach oben gefahren. Dort gibt es eine durchsichtige Aussichtsplattform mit Blick über die gesamte Stadt. Den ganzen Nachmittag bis zum Abend haben wir dort verbracht und dabei einen Australier kennengelernt, mit dem wir dann weitergemacht haben.


Zu dritt sind wir am Abend zu Hongyadong gegangen. Das sind übereinander gestapelte Altstadtgebäude am Flussufer, nachts gelblich beleuchtet, die sich den Hang hinunterziehen. Von der richtigen Stelle sieht das aus wie eine ganze kleine Stadt, die einfach so an die Felswand gepappt wurde.
Danach noch zusammen gegessen, bei Tastien, einer Burgerkette, die Conor kannte. Selbst gemachte Burger, sehr günstig, sehr gut.
Was auch noch dazugehörte: KTV mit allen aus dem Hostel und den Westheads zusammen. Karaoke, verrücktes Tanzen, sehr laut. Eine sehr gute Zeit.
Am letzten Abend sind wir noch zu einem Ort gegangen, den ich kaum beschreiben kann. Cyberpunk-Ästhetik, Neonlichter, ein Pferd im Vordergrund, eine Stadtansicht dahinter, die aussah wie aus einem Computerspiel. Das war ein wirklich genialer Abschluss für diese Zeit.

Das Mama Youth Hostel war eine sehr gute Entscheidung. Direkt daneben gab es einen Essensstand, der für 1,20 Euro eine vollständige Mahlzeit angeboten hat. Das habe ich täglich genutzt.
Chongqing war mehr als ich erwartet hatte. Die Stadt, die Leute, die Zufälle — alles zusammen hat das zu einem der besten Stopps der Reise gemacht.
🍽️ Food-Spots
Selbst gemachte Burger, sehr günstig, sehr gut. Durch Conor entdeckt. Empfehlung ohne Einschränkung.
1,20 Euro für eine vollständige Mahlzeit. Täglich gegessen. Immer gut.