Eigentlich sollte Hongkong nur ein kurzer Stopp werden. Ich war für eine Konvention dort, ein paar Tage, und hatte keinen konkreten Plan danach. Am Ende war Hongkong der Beginn einer ganzen China-Reise. Aber dazu später.
Erstmal: Ich hätte es fast nicht pünktlich erlebt. In Bangkok war ich unter einer Stunde vor Abflug am Flughafen angekommen. Online-Check-in hatte nicht geklappt und ein Ticket ausdrucken war nicht mehr möglich. Auf dem Weg durch den Flughafen habe ich die ganze Zeit mit dem Kundenservice von HK Express geschrieben und tatsächlich hat ein Mitarbeiter mir mein Ticket direkt aufs Handy geschickt. Sicherheitskontrolle, Passkontrolle, Gate. Alles noch pünktlich und ich saß im Flieger.

Am Ziel angekommen, wurde ich von einer Vorschulklasse empfangen. Die Kinder haben gerade Englisch gelernt und haben mich gefragt, wie ich heiße, woher ich komme und was mein Lieblingsessen aus meinem Land ist. Das war wirklich süß.

Den ersten Abend haben wir am Temple Street Night Market verbracht. Schöne Atmosphäre, interessant anzusehen. Beim Essen hatte ich Pech. Ich hatte kein Handy dabei und damit keinen Übersetzer. Der Standbesitzer sprach kein Wort Englisch und am Ende hatte ich kalte, sehr scharfe Nudeln vor mir. Den Abend haben wir dann in der Hotelbar ausklingen lassen.

Die nächsten Tage haben wir größtenteils bei der Konvention verbracht. Was am meisten herausgestochen hat: die OZONE Bar im ICC Tower. Etage 118, Ritz Carlton, angeblich die höchste Rooftopbar der Welt. Die Atmosphäre an dem Abend war wirklich besonders.


Am West Kowloon Hauptbahnhof haben wir bei Tim Ho Wan gegessen, einer bekannten Dim-Sum-Kette. Dim Sum sind kleine Gerichte wie Teigtaschen, Reisröllchen und gebratene Häppchen, die man beim sogenannten Yum Cha gemeinsam teilt. Wer das mag, ist bei Tim Ho Wan richtig. Für mich war es ein bisschen zu exquisit, nicht so ganz mein Geschmack, um ehrlich zu sein. Der Bahnhof selbst ist schon verrückt: man läuft durch die chinesische Passkontrolle, steht dabei noch auf HK-Boden und ist gefühlt bereits in China.

Im West Kowloon Cultural District waren wir dann noch im M+ Museum. Sehr spannendes Kunstmuseum mit interessanten Installationen, für alle die Kunst mögen definitiv einplanen.
Mitten in dem Trubel ist mir einer der teuersten Fehler der Reise passiert. Unter Stress habe ich meine Klamotten zur Hotelwäsche gegeben: ein Hemd, eine Hose, drei Unterhosen, drei Paar Socken. Aus Thailand war ich noch Preise von ein paar Euro gewohnt. Die Rechnung abends: 42 €. Teuerste Wäsche meines Lebens, wahrscheinlich auch die teuerste, die ich je haben werde.

Abends dann der Victoria Peak. Mit dem Bus hochgefahren, stürmischer Regen die ganze Fahrt, oben angekommen: trocken, aber dichter Nebel. Wir sind trotzdem zum Aussichtspunkt gegangen. Auf dem Rückweg hat sich der Nebel langsam gelichtet und der Blick über die Stadt war wirklich schön. Also: bei Nebel nicht sofort umkehren.

Was ich auf jeden Fall nochmal machen würde: die Happy Valley Galopprennbahn. Mittwochs gibt es für Ausländer kostenlosen Eintritt, und der Blick auf die Rennbahn mit der Skyline im Hintergrund ist mehr als besonders. Ich hatte nicht erwartet, dass Pferderennen in einer Metropole so ein eigenes Flair haben kann.

Abends noch eine Rooftopbar in der Nähe vom iSquare, danach pakistanisches Restaurant: All you can eat Curry für 150 Hongkong Dollar. Sehr unscheinbar, aber der Gastgeber war so nett, dass es eine lustige Erfahrung war. Dort haben wir noch einen Mann aus Ghana getroffen. Er war sehr witzig und sehr China-kritisch. Er hat klar gemacht, dass Hongkong eigenständig ist und nichts mit China zu tun hat, und das mit einer Überzeugung, die für eine lebhafte Diskussion gesorgt hat.
Nach der Konvention habe ich mir noch zwei Extranächte gebucht. 17 € die Nacht, einfaches Zimmer. Aber die Vermieter waren so nett, dass sie mir spontan ein Zimmer mit privatem Badezimmer gegeben haben. Für den Preis in Hongkong ein echter Glücksgriff.
Am letzten vollen Tag war ich noch bei der LEAP EAST Convention. Die Veranstaltung drehte sich rund um KI und Robotik. Was dort zu sehen war, war beeindruckend: Hunderoboter, Roboter die Fußball spielen konnten, und die ersten Kampfroboter. Letztere haben eine Woche später in Shenzhen zum ersten Mal wirklich gegeneinander gekämpft. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich sie mir noch genauer angeschaut.

Abends vom West Kowloon Hauptbahnhof mit dem Zug nach Shenzhen. Aus einem Kurztrip für eine Konvention war der Anfang einer ganzen China-Reise geworden.
🍽️ Food-Spots
Bekannte Dim-Sum-Kette, mehrere Filialen in HK. Gut gemacht, aber zu exquisit für meinen Geschmack.
Google Maps öffnenKalte, sehr scharfe Nudeln. Kein Englisch, kein Übersetzer, keine Chance das zu erklären.
Google Maps öffnenAll you can eat Curry für 150 HKD. Sehr unscheinbar, aber netter Gastgeber und lustige Atmosphäre.
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