Shenzhen war mein erster richtiger Schritt ins echte China und er hat mich komplett überrascht.
Die Einreise war schon anders als erwartet. Vom Hongkonger West Kowloon Bahnhof ist man zwar schon durch die chinesische Passkontrolle gegangen, aber Shenzhen fühlte sich sofort wie ein eigenes Land an. Am Grenzübergang richtige Kontrolle, das chinesische Visum und dann ein Schnellzug, der uns in knapp 20 Minuten rübergebracht hat. Gegen neun Uhr abends angekommen, kurze Taxifahrt zur Unterkunft und dann sofort losgelegt.
Die erste Nacht war direkt verrückt. Wir sind ins Ausgehviertel gegangen, zuerst zu ZAZOO, einem Club mit Livemusik. Von dort aus haben wir uns weiter ins Viertel getrieben, wo es überall Bars gibt und in einer davon haben wir dann den ganzen Abend verbracht. In dieser Bar haben uns Chinesen die ganze Nacht Shots in den Mund geschossen, irgendein Wodka-Lemon-Mix. Wir waren entsprechend angeheitert und sind erst um 5:30 Uhr morgens raus. Was mich wirklich überrascht hat: wie offen und frei das Nachtleben dort ist. Hatte ich so nicht erwartet.

Am nächsten Morgen sind wir direkt ins AI² Robotics Café gegangen, wo Roboter den Kaffee servieren. Eine faszinierende Sache.
Danach ist eine Chinesin auf uns zugekommen, die uns für ihren Kanal auf RedNote interviewt hat und uns am Ende Fächer geschenkt hat. Dann haben wir uns die Stadt etwas genauer angeschaut. Bei Bambu Lab konnte man im Laden sehen, was man mit 3D-Druckern alles herstellen kann. Ich war wirklich beeindruckt von dem, was dort möglich ist.
Dann haben wir uns verschiedene Autohäuser angeschaut und unter anderem bei Xiaomi alle Modelle in Ruhe angesehen. Einfach mal durch die Autos gehen, keine Termine, kein Druck.

Den Abend haben wir wieder im Ausgehviertel verbracht und in der Nähe des Ping An IFC, dem höchsten Gebäude Shenzhens, ausklingen lassen.

Am dritten Tag waren meine Freunde dann bereits weitergeflogen und ich war alleine. Den Tag habe ich in Nantou verbracht, einer alten Stadtanlage mitten in der Megastadt. Komplett andere Atmosphäre als alles, was ich bisher in China gesehen hatte. Kleine Häuser, enge Gassen, viel entspannter.
Bubble Waffeln habe ich dort auch probiert, für knapp zwei Euro. Etwas trocken ohne Belag, beim nächsten Mal würde ich das anders machen. Abends dann noch zum OCT Bay, einem Waterfront-Bereich mit angenehmer Atmosphäre.
Abends bin ich dann noch in der Nähe meiner Unterkunft in ein chinesisches Restaurant gegangen und habe ein Nudelgericht bestellt. Die Nudeln selbst waren okay, aber die Schärfe war kaum zu ertragen.
Am letzten Tag bin ich noch zum Huaqiangbei Elektronikmarkt gegangen, vorher habe ich noch schnell Dumplings am Bahnhof gegessen, für 1,50 €. Huaqiangbei ist ein ganzes Viertel mit mehreren riesigen Gebäudekomplexen, in denen es ausschließlich um Elektronik geht. Stockwerk für Stockwerk, Gebäude für Gebäude, alles nur Technik. Bevor ich dort reingegangen bin, hatte ich das komplett unterschätzt.
Was ich auch nicht vergessen werde: Ich bin versehentlich in den Rohbau-Bereich des obersten Stocks eines der Gebäude gefahren. Oben angekommen, kein Aufzug zurück, keine Treppe. Ich habe mich eine Weile durch das halb fertige Stockwerk geirrt, bis ich ein paar Arbeiter gefunden habe, die mir den Aufzug am anderen Ende gezeigt haben. Kurz ein Oh-Shit-Moment, aber hat alles noch geklappt.

Am Bahnhof habe ich dann Jiang Yun getroffen und gemeinsam haben wir den 19-Stunden-Zug nach Shanghai genommen. Was in diesem Zug passiert ist, erzähle ich beim nächsten Stop.
🍽️ Food-Spots
Kleine Teigtaschen für ca. 1,50 €. Für den Preis kann man nicht meckern.
Knapp 2 €, ein bisschen trocken. Beim nächsten Mal mit Belag — das macht den Unterschied.
Die Nudeln selbst waren okay, aber die Schärfe war kaum zu ertragen.