Wuhan war als Zwischenstopp geplant, auf dem Weg zu den Avatar Mountains. Es wurde dann doch etwas mehr als das, wenn auch aus den falschen Gründen.
Ich bin mit dem Nachtzug angekommen, zwölf Stunden, ganz oben im Liegewagen. Schlaf war kaum vorhanden, aber es hat funktioniert. Um 8 Uhr morgens war ich da. Das Hotel für 17 Euro war sehr modern, sehr gut für den Preis. Das Problem: Check-in erst ab 14 Uhr.
Ich habe also gewartet. Gegen 9:30 Uhr kam eine Mitarbeiterin und bot mir für einen Euro Aufpreis ein besseres Zimmer an, direkt mit frühem Eincheck. Ich habe sofort zugestimmt.
Dann bin ich direkt eingeschlafen.
Als ich aufgewacht bin, hat mir gemerkt, dass ich krank werde. Richtig krank. Zu schwach zum Rausgehen, zu schwach für irgendetwas. Ich habe eine Stunde damit verbracht, chinesische Lieferapps runterzuladen und zum Laufen zu bringen. Am Ende hat es geklappt und ich habe eine Pizza bestellt, für 8 Euro. Die war kleiner als meine Hand und hat nicht besonders gut geschmeckt. Ich habe mich sehr geärgert.
Danach bin ich noch kurz zum Lawson um die Ecke gegangen und habe alles gekauft, was irgendwie nach Überleben klingt: Instantnudeln, Chips, Eis. Das war dann mein Wuhan für die nächsten zwei Tage. Schlafen, essen was geht, schlafen.
Irgendwann hat es sich dann langsam gebessert. Ich habe angefangen, wieder etwas rauszugehen. Kurze Strecken zuerst, dann mehr.


Die Jianghan Road war auch halbkrank noch eine gute Idee. Eine lebendige Fußgängerzone mit viel Charakter, angenehm zum Laufen und Anschauen. Ich habe dort eine scharfe Nudelsuppe mit Dumplings gegessen, die ich wieder nicht genossen habe. Schärfe war wieder das Problem.
Das Heartland 66 ist ein großes Luxus-Einkaufszentrum, gut gemacht und schön anzusehen. Sehr viel cooler war dann das K11 Art Mall: Hightech-Ausstellung, Roboter, Kunst, Autos. Eine sehr besondere Sache, wirklich gut gemacht, und ich hätte gerne mehr Zeit dort verbracht.
Zwischendurch war ich beim Friseur. 1,20 Euro. Ich hatte ehrlich gesagt erwartet, dass es schlimmer wird, aber es war am Ende okay.
Das war dann auch der Punkt, für den ich eigentlich nach Wuhan wollte: der Huanan-Fischmarkt.
Der Ort, der besagterweise mit dem Ausbruch von COVID-19 in Verbindung gebracht wird. Das untere Stockwerk, wo damals der Tier- und Fischmarkt war, ist seit Januar 2020 komplett versiegelt und abgeriegelt. Darüber haben normale Geschäfte wieder geöffnet. Man sieht also von außen kaum etwas. Aber die Stimmung dort ist trotzdem dunkel und komisch, auf eine Art, die schwer zu beschreiben ist.
Was mich mehr beschäftigt hat als das Gebäude selbst, war der Umgang der Menschen damit. Man merkt, dass die Leute, die dort wohnen und arbeiten, das alles vergessen wollen. Keine Spuren, keine Erinnerung, so wenig wie möglich davon sichtbar. Gleichzeitig ist das der Ort, der für sehr viele Menschen sehr vieles verändert hat. Für mich auch. Das war eine seltsame und interessante Sache, dort zu stehen.
Den letzten Tag habe ich mir ein Mietrad genommen und bin durch die Stadt gefahren. So bin ich auch zum Gelben Kranich-Turm gekommen, dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt, und habe dabei die verschiedenen Parks und Viertel erkundet. Das war ein guter Abschluss.

Am Abend dann weiter in Richtung Avatar Mountains.
🍽️ Food-Spots
Wie in den Wochen davor: sehr scharf, wieder nicht genossen. Wuhan ist da kein Ausnahme.
8 Euro, kleiner als meine Hand und nicht gut. Eine Stunde gebraucht, um die App überhaupt zum Laufen zu bringen.