Der Zug ist um 5 Uhr morgens in Zhangjiajie angekommen. Meine Unterkunft in Wulingyuan war eine halbe Stunde entfernt, Busse fuhren noch keine. Am Bahnhof haben sich dann sofort mehrere Taxifahrer um mich geschlagen und jeder hat einen anderen Preis gerufen. Ich habe den ersten Preis abgelehnt, dann den zweiten, dann den dritten. Am Ende habe ich eine Sammeltaxifahrt auf 30 Yuan runtergehandelt, ungefähr vier Euro. Das war in Ordnung.
Check-in war erst um 13 Uhr. Ich war um 6 Uhr da. Um 8 Uhr habe ich entschieden, dass es keinen Sinn macht, weiter zu warten, und bin direkt zum Zhangjiajie Nationalpark aufgebrochen.
Das Eintrittticket hat um die 38 Euro gekostet. Die zusätzlichen Aufzüge wollte ich nicht extra zahlen, also habe ich den Berg selbst hochgemacht. Zu Fuß, über die Treppen.
Die ersten Wege im Park waren voll und laut, wie man es von einem chinesischen Touristenziel erwartet. Dann bin ich auf den Aufstieg abgebogen. Ab da war ich fast alleine. Zehn Menschen habe ich auf diesem Weg gesehen, nicht mehr. Der Rest hatte keine Lust auf Treppen.
Der Aufstieg war anstrengend, lang, viele Stufen. Und sehr schön. Sehr naturbelassen, sehr ruhig. Ich bin mehrmals an Affen vorbeigekommen, die sich kaum bewegt haben. Entspannt, nah, kein Vergleich zu den Tieren weiter oben, wo viele Menschen sind und die Affen entsprechend gereizter sind.


Oben angekommen, bin ich noch zur Aussichtsplattform in der Nähe des Bailong Elevators gegangen. Dort hat mich eine Familie angesprochen, ob ich ein Foto von ihnen machen könnte. Ich habe das gemacht, sie haben danach eines von mir gemacht. Wir haben uns kurz verabschiedet. Dann haben wir uns kurz darauf wieder getroffen.
Der Vater hat mich auf Deutsch angesprochen. Es stellte sich heraus, dass die Familie deutsch-spanische Diplomaten sind und gerade in Seoul lebt. Die Kinder reisen in den Schulferien mit quer durch die Welt. Das fand ich sehr inspirierend. Wir haben entschieden, den Rest des Tages gemeinsam weiterzumachen.
Wir haben viel gesehen und viel gelacht.
Am Abend haben wir Kontaktdaten ausgetauscht. Die Familie hat gefragt, ob ich am nächsten Tag mitkommen möchte zu den Tianmen Mountains. Noch mal fast 40 Euro für den zweiten Tag. Ich habe kurz gezögert, dann aber zugesagt.
Erster Tag: 33.000 Schritte.
Der zweite Tag hat angefangen mit einer langen Seilbahn hoch zum Tianmen Mountain. Oben angekommen sind wir durch die Heaven’s Gate Höhle, 999 Stufen hoch, mitten durch den Fels.
Danach noch mit sieben hintereinanderliegenden Rolltreppen weiter nach oben, was ich so noch nie gesehen hatte. Der Blick von ganz oben war beeindruckend.

Wir haben einen Rundweg gemacht und dabei noch den Skywalk mitgenommen, einen Weg mit Glasboden direkt am Hang, wo man direkt nach unten sieht. Dann wieder runter über die 999 Stufen.

Am Abend haben wir noch zusammen gegessen. Ich war vollständig in die Familie eingebunden, es war ein sehr schöner Abschluss. Zhangjiajie war für sich genommen schon außergewöhnlich, aber was den Aufenthalt wirklich unvergesslich gemacht hat, war diese Begegnung.
Ich freue mich, sie ganz bald in Seoul zu sehen.